Rezeptfreie Medikamente

Rezeptfreie Medikamente gegen Sodbrennen gibt es als Tabletten oder in flüssigen Zubereitungen. Falls gleichzeitig Medikamente gegen andere Erkrankungen eingenommen werden müssen, ist auf einen Sicherheitsabstand zu achten.
Wenn das Sodbrennen nur auf wenige Tage im Jahr beschränkt ist, können rezeptfreie Medikamente Linderung verschaffen.
Diese lassen sich einteilen in:

  • Mittel zum Binden überschüssiger Magensäure (Antazida)

  • Mittel zur Hemmung der Magensäure-Produktion (Säure-Hemmer)

  • pflanzliche Mittel

  • sonstige Mittel

Mittel zum Binden überschüssiger Magensäure (Antazida)

Antazida entfalten ihre Wirkung durch Binden und Neutralisieren überschüssigen Magensaftes. Es handelt sich bei diesen Wirkstoffen um:


  • Magnesium-Verbindungen wie z.B. Magnesiumtrisilikat

  • kombinierte Aluminium-Magnesium-Verbindungen wie Hydrotalcid und Magaldrat

  • Karbonate (Calcium-, Magnesium- und Natriumkarbonat)



Die Wirkstoffe werden etwa eine Stunde nach dem Essen bzw. vor dem Schlafengehen eingenommen. Es gibt sie in Form von Tabletten, Kautabletten und flüssigen Zubereitungen (Suspensionen, Gele). Kautabletten müssen sehr sorgfältig zerkaut werden, damit sie richtig wirken können.

Medikamente, die Aluminium-Verbindungen enthalten, dürfen nicht zusammen mit säurehaltigen Getränken (z.B. Obstsaft) eingenommen werden, weil ansonsten zuviel Aluminium vom Körper aufgenommen wird
Patienten mit Nierenerkrankungen müssen vor der Anwendung von Antazida ihren Arzt befragen.

Antazida (besonders Aluminium-haltige) können die Wirkung anderer Medikamente abschwächen. Daher muss zu diesen ein Abstand eingehalten werden. Man nimmt sie entweder 2 bis 3 Stunden vor oder 4 bis 5 Stunden nach dem Antazidum ein.

Mittel zur Hemmung der Magensäure-Produktion (Säure-Hemmer)

Säure-Hemmer drosseln die Produktion von Magensäure in der Magenschleimhaut. Sie wirken daher gut gegen Sodbrennen und schützen außerdem die Schleimhaut. Nach dem Absetzen produziert die Magenschleimhaut allerdings die Säure in gleicher Menge wie vorher. Rezeptfrei sind die Wirkstoffe Famotidin und Ranitidin als Tabletten erhältlich. Sie sollten abends eingenommen werden. Ihr Wirkung hält bis zu 12 Stunden an.
Die beiden Wirkstoffe können mit anderen Medikamenten in Wechselwirkung treten (z.B. mit Wirkstoffen gegen Pilzerkrankungen). Daher sollte in diesem Fall Rücksprache mit dem behandelnden Arzt genommen werden.

Pflanzliche Mittel gegen Sodbrennen

Pflanzliche Mittel gegen Sodbrennen vermindern vor allem den Druck im Magen, wirken krampflösend und regen die Magenentleerung an. Die darin enthaltenen Pflanzen sind hauptsächlich:

  • Kamille (als Tee oder Topfen)

  • Pfefferminze (als ätherisches Öl)

  • Melisse (als Tee oder als Extrakt aus den Blättern in Form von Kapseln oder Lösung)

  • Schafgarbenkraut oder Süßholzwurzel (als Tee)

  • Bittere Schleifenblume (als Lösung)



Häufig werden diese Pflanzenextrakte auch in rezeptfreien Medikamenten kombiniert (z.B. Bittere Schleifenblume mit Kamille, Schöllkraut, Pfefferminze und anderen Extrakten).

Sonstige rezeptfreie Medikamente gegen Sodbrennen

Treten zusätzlich zum Sodbrennen noch andere Beschwerden wie z.B. Blähungen oder Magenkrämpfe auf, empfehlen sich folgende rezeptfreie Wirkstoffe:

  • Butylscopolamin gegen krampfartige Beschwerden

  • Simeticon gegen Blähungen




-ANZEIGE-
banner_shop_apotheke_200110
Ärzte Zeitung - DIE Tageszeitung für die Praxis

Täglich Neue Forschungsergebnisse zu medizinischen Themen: Vorbeugen, Erkennen, Behandeln.
www.aerztezeitung.de

Vernetzte Themen

Themen, die für Sie als Leser ebenfalls interessant sein könnten

- Durchfall - Nahrungsergänzung - Rückenschmerz
Apotheker fragen - kostenlos Apotheker fragen

Das Expertenteam der Apotheke Vital beantwortet Ihre Fragen zu rezeptfreien Medikamenten bei Sodbrennen.




© 2012 Springer Medizin
Die Inhalte auf Lifeline Hausapotheke (yavivo.de) dienen rein informativen Zwecken und können die persönliche Beratung, Diagnostik und Betreuung durch einen approbierten Arzt in keinem Fall ersetzen. Sie beinhalten keinerlei Empfehlungen bezüglich bestimmter Diagnose- oder Therapieverfahren, spezieller Medikamente oder anderer Produkte. Sie können und dürfen in keinem Fall die Grundlage für Selbstdiagnosen und -medikation bilden. Bitte beachten Sie auch die ausführlichen Nutzungsbedingungen mit Haftungsausschluss.